Job & Familie – wo bleibt Zeit für mich?


Ferienjob machen

Kinder, Küche und Karriere – viele junge Mütter haben so manche schlaflose Nacht damit verbracht, über die perfekte Balance zwischen Familie, Haushalt und Beruf nachzugrübeln. Ein Dreifachspagat, der kaum Zeit lässt für eigene Hobbys oder für einen Shopping-Trip mit Freundinnen.

Eines der größten Hindernisse ist nach wie vor vor allem in den westlichen Bundesländern der Mangel an Kindergartenplätzen, die es erlauben würden, wieder Vollzeit zu arbeiten. Und manche Eltern sind sich unsicher, wie lange ein Elternteil zu Hause bleiben sollte, um die Kinder großzuziehen.

Finden Sie die richtige BalanceEine Möglichkeit, die immer mehr junge Eltern nutzen, ist Heimarbeit. Vom PC zu Hause aus können beispielsweise junge Mütter stundenweise arbeiten, um die Haushaltskasse aufzustocken. Ganz nebenbei bleiben sie so beruflich auf dem neuesten Stand und bereiten sich für eine Rückkehr ins Arbeitsleben vor. Das muss jedoch nicht unbedingt bedeuten, täglich wieder ins Büro zu pendeln und dort von 9 bis 17 Uhr zu arbeiten. Heimarbeit kann auch langfristig die beste Alternative sein, um genug Zeit für die Karriere, die Familie und für sich selbst zu haben.

Kürzer oder länger arbeiten?

Eine neue Untersuchung des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) belegt jedenfalls, dass bei den Arbeitszeiten in Deutschland die Bedürfnisse der Angestellten und die Realität im Betrieb deutlich auseinander klaffen.

Der Studie zufolge würden die meisten Vollzeitbeschäftigten ihre tatsächliche Arbeitszeit im Durchschnitt reduzieren, während Teilzeit-Arbeitnehmer gern länger arbeiten würden. Weniger Überstunden und Wahlarbeitszeit könnten beiden Gruppen Erleichterung bringen, schlagen die Autoren der Studie vor.

Die Forscher Dr. Elke Horst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und der ehemalige WSI-Leiter Dr. Hartmut Seifert analysierten anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) den Unterschied zwischen tatsächlichen und von den bevorzugten Arbeitszeiten.

Das Ergebnis: Insgesamt empfanden die Beschäftigten ihre Arbeitszeiten als zu lang, ja sie würden sogar Lohnabstriche für kürzere Arbeitszeiten akzeptieren. Im Jahr 2009 mussten vollzeitbeschäftigte Männer jede Woche
in Westdeutschland durchschnittlich 4,7 Stunden (Ostdeutschland: 5,2 Std.) länger arbeiten als erwünscht und damit insgesamt 44,5 Stunden pro Woche (Ost: 45,2). Dagegen würden teilzeitbeschäftigte Frauen im Westen Deutschlands gern jede Woche 3 Stunden länger arbeiten (Ostdeutschland: 2,9 Std.), als es derzeit möglich ist.

Die Forscher wiesen auch große Unterschiede zwischen den im Arbeitsvertrag vereinbarten und den real abgeleisteten Arbeitszeiten in den Unternehmen nach. Männer mussten im Schnitt jede Woche 4,3 Überstunden machen, Frauen 2,1. Würden Überstunden und Mehrarbeit vermieden oder beispielsweise an Teilzeitler vergeben, wäre ein „wesentlicher Schritt“ zu mehr Zufriedenheit der Arbeitnehmer getan, argumentieren die Wissenschaftler.

Angesichts ihrer Befunde sehen Horst und Seifert die Idee, einem drohenden Fachkräftemangel in Deutschland mit längeren Arbeitszeiten begegnen zu wollen, mit Skepsis. Stattdessen fordern die Forscher, den Beschäftigten mehr Handlungsspielraum einzuräumen, zum Beispiel durch sogenannte Wahlarbeitszeiten.

So werde Erwerbsarbeit vor allem für Frauen und ältere Arbeitnehmer wieder attraktiver, was zu einem besseren Fachkräfteangebot für die Betriebe führen könne. Die Forscher nennen das präferenzgerechte Arbeitszeitgestaltung.

Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung einräumen, werden auch offener sein für den Vorschlag, einen Teil der Arbeit als Heimarbeiter von zu Hause aus zu erledigen. Für viele wäre es das Ende des anscheinend ewigen Interessenkonfliktes zwischen Job & Familie, und sie könnten erleichtert aufseufzen: Endlich mehr Zeit für mich!


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