Leihmutter werden – Ist es legal, als Leihmutter Geld zu verdienen?


Ist Leihmutter werden legal in Deutschland?

Jede zehnte deutsche Ehe ist nach Schätzungen der Ärzteverbände ungewollt kinderlos. Die Adoption ist für viele Paare keine Lösung; sie wollen ein Kind, mit dem sie auch genetisch als Eltern verbunden sind. Wenn die künstliche Befruchtung versagt, bleibt als letzte Alternative nur die Leihmutterschaft. Bei diesem Verfahren trägt eine andere Frau die befruchtete Eizelle eines Paares aus. Auf diese Weise können Paare ein eigenes Kind haben, auch wenn die Frau nicht in der Lage ist, das Baby zu gebären.

Leihmutter werden – ein brisantes Thema

Leihmutter werden ist in vielen Ländern legal bzw. nicht ausdrücklich verboten. Mit der „verliehenen“ Gebärmutter Geld verdienen, stößt dagegen schon auf weniger gesellschaftliche Akzeptanz. Großbritannien z.B. hat zwar 2008 die Leihmutterschaft legalisiert, aber an die Bedingung eines gemeinnützigen Effektes gebunden. In den Niederlanden darf eine Frau Leihmutter werden, aber nicht öffentlich dafür werben oder Geld verlangen.

In Deutschland ist die Leihmutterschaft nach dem Embryonenschutzgesetz von 1991 verboten. Aber auch hier bleiben Fragen offen. Denn als Gegenstand der Strafverfolgung gilt die ärztliche Ausübung – eine Leihmutter oder die beauftragenden Personen können nicht belangt werden. Es wirkt so, als ließe die deutsche Gesetzgebung bewusst eine Lücke, um Eltern für ihren Kinderwunsch nicht bestrafen zu müssen.

Noch verquerer geht es in den USA zu. Einige Staaten verbieten die Leihmutterschaft, in anderen Staaten ist es legal. Texas, Illinois, Utah und Florida akzeptieren sogar die kommerzielle Leihmutterschaft.

Als Leihmutter Geld verdienen

In den USA kann eine Leihmutter mit ca. 20.000 Dollar Entgelt rechnen. Das ist, gemessen an den Belastungen, die sie auf sich nimmt, nicht sehr viel. Allerdings können die Preise über Agenturen auch bis zu 120.000 Dollar steigen. Das Gegenbeispiel ist Indien. Hier erhält eine Frau im Durchschnitt nur 6.000 Dollar für diesen Dienst.

Das Geschäft ist mit etlichen Risiken verbunden. Das betrifft nicht nur die gesundheitlichen Fragen in bezug auf die Leihmutter oder das Kind, sondern auch rechtliche Konsequenzen in Streitfällen. „Baby M“ ist ein bekannter Fall aus den USA, bei dem eine Leihmutter das von ihr geborene Kind nicht mehr hergeben wollte. Die psychischen Konsequenzen für alle Beteiligten sind ohnehin nicht abzuwägen.

Das Beispiel Ukraine

Seit 2004 kann in der Ukraine jede dafür geeignete Frau Leihmutter werden und auch Geld damit verdienen. Es gibt etwa 20 Kliniken in dem Land, die den Prozess ganz legal begleiten und steuern. Man rechnet mit ca. 100 entsprechenden Geburten im Jahr, ungefähr ein Zehntel dessen, was in den USA üblich ist. Man bemüht sich, ein ausgewogenes Verhältnis herzustellen. So kann eine Leihmutter mit etwas über 10.000 Euro rechnen. Für die Auftraggeber kommen natürlich noch etliche Kosten hinzu, die von den betreffenden Kliniken aber transparent aufgelistet werden. Die unterschiedliche Handhabung des Themas in verschiedenen Ländern zeigt eigentlich nur, dass es wohl keine echte Lösung für dieses alte Menschheitsproblem gibt.

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16 Kommentare
  • Daniela

    06/12/2014 17:37

  • Serap

    11/11/2014 22:23

  • Franzi

    18/09/2014 12:37

  • bos

    10/09/2014 09:29

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    13/08/2014 14:19

    • Akin

      21/08/2014 06:56

    • Akin

      21/08/2014 07:01

  • martina

    19/01/2014 17:04

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    • jasmin

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  • Anna Arlinghaus

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      21/10/2013 12:26

  • Brunner Sandra

    03/03/2012 12:44

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