Als Musik- oder Gesanglehrer etwas Geld dazu verdienen


in der fußgängerzone bargeld verdienen

Die Fähigkeit, ein Instrument spielen zu können, gilt in allen Kulturkreisen als besonderer Wert. Selbst in der modernen technisch orientierten Gesellschaft ist die Faszination der Ausübung von Musik ungebrochen. Daran ändern auch alle elektronischen Klangerzeugungen oder Musik-Software-Programme nichts. Die Nachfrage nach preiswertem und klassischem Musikunterricht ist hoch.

Derjenigen, der ein Musikinstrument beherrscht, kann mit seiner künstlerische Passion durchaus  respektable Einkünfte als Musiklehrer erzielen, selbst wenn er nur Autodiktat ist. Für Studenten und Rentner mit musikalischen Fähigkeiten erbringt die Weitergabe ihres Wissens einen attraktiven Nebenjob, der auf den eigenen Intentionen beruht und vergleichsweise hohe Einnahmen ermöglicht. Allerdings sind dafür nicht nur die persönlichen Vorlieben ausschlaggebend. Wer eine Tätigkeit als Musik- oder Gesangslehrer anstrebt, sollte sich vorher genau über die Bedingungen informieren.

Qualifikation

Einen fachlichen Abschluss benötigt man nur, wenn man als Musiklehrer an einer Bildungseinrichtung tätig werden möchte. Aber auch hier können im Einzelfall Ausnahmeregelungen gelten. Für den Nebenjob käme jedoch nur ein Aushilfsjob in Frage.

Im Normalfall will der nebenberufliche Musiklehrer natürlich flexibel bleiben. Das kann er nur in der Kooperation mit einem Verein oder einer Interessengruppe sowie als privater Musiklehrer. In jedem Falle sollte er sein Instrument so gut beherrschen, dass er einem Anfänger wenigstens zwei bis drei Jahre etwas beibringen kann – mit erkennbaren Fortschritten.

KlavierstundeDazu reicht das musikalische Können allein nicht aus. Gefragt sind auch didaktische Fähigkeiten und  pädagogisches Verhalten. Hinzu kommt außerdem ein hohes Maß an Geduld und Verständnis. Musiklehrer und -schüler treffen auf sehr unterschiedlichem Niveau zusammen. Es liegt allein in der Hand des Lehrenden, diese Diskrepanz auszugleichen. Er benötigt also auch Einfühlungsvermögen, Motivationskunst und gute kommunikative Fähigkeiten.

Über seine Vorgehensweise sollte er sich im Klaren sein und nach einem definierten Ausbildungsplan arbeiten. Dafür ist die Kenntnisnahme der Arbeitspläne von Musikschulen hilfreich. Der Musiklehrer im Nebenjob kann diese Anforderungen in der Regel nicht erfüllen, aber sein Handeln danach ausrichten.

Schüler

Das Interesse nach Musikunterricht lässt sich in drei große Kategorien aufteilen:

Traditionell steht die Aufnahme des Musikunterrichts im Lebensalter von fünf bis zehn Jahren im Vordergrund. Die treibende Kraft sind in diesem Falle die Eltern, die möglicherweise ein gewisses Talent bei ihrem Kind entdeckt haben, oder einfach nur auf die persönlichkeitsbildenden Werte einer Musikausbildung setzen. Das Kind kann in der Regel wenig zu seinen Interessen sagen. Meist ist auch die Auswahl des Instruments eher zufällig.

Im frühen Jungendalter beginnen die Sprösslinge selbst, Interesse an der Ausübung von Musik zu entwickeln. Das hat vor allem mit der Jugendmusik zu tun, die für viele ein Vorbild abgibt, dem sie selbst folgen möchten. Dabei steht das Instrument oft fest – Gitarre, Keyboard oder Schlagzeug, die wichtigsten Instrumente der Popmusik, liefern den Jugendlichen die Orientierung.

Eine dritte Welle des Musikinteresses setzt noch einmal im späten Jugendalter ein. Entweder kommen die Interessenten erst jetzt auf die Idee, selbst ein Instrument spielen zu wollen, oder sie wollen ihre bisherigen Kenntnisse auf ein Niveau bringen, mit dem sie sich einer Band oder einem Ensemble anschließen können.

Musikunterricht für Erwachsene über 30 Jahre ist ausgesprochen selten, und wird auch eher bei professionellen Musikern gesucht. In jedem Fall muss sich auch der nebenberufliche der Musik- oder Gesanglehrer auf die Erwartungen und das Alter seiner Schüler einstellen.

Musiklehrer zeigt, wie die Gitarre gehalten wird.

Organisation

Musikunterricht wird, sofern er nicht an eine Trägerorganisation oder Einrichtung gebunden ist, in den Privaträumen erteilt. Das kann die häusliche Umgebung des Schülers oder des Lehrers sein. In der Regel ist ein entsprechend eingerichteter Musikraum beim Lehrer die bessere Variante. Hier ist der Schüler weniger abgelenkt und verhält sich automatisch höflicher. Möglich sind der Einzel- und der Gruppenunterricht. Letzterer sollte jedoch drei Teilnehmer nicht überschreiten.

Da der Unterricht in der Regel Schulgänger betrifft, kommen auch nur Unterrichtszeiten am Nachmittag oder am frühen Abend in Frage. Das Wochenende wird in der Regel nicht genutzt.

Denn natürlich muss der Musiklehrer seine Tätigkeit auch an die Bedingungen seiner Wohnstätte anpassen.

„Musik wird störend oft empfunden,
weil sie mit Geräusch verbunden“ 

.. wusste schon Wilhelm Busch. Zwar ist rein theoretisch außerhalb der Mittagsruhe bis 22 Uhr das Spielen von Instrumenten in Privatwohnungen möglich, aber im Interesse des nachbarschaftlichen Miteinanders sollten die Zeiten genutzt werden, zu denen andere Hausbewohner nicht in ihren Wohnungen sind.

Die ständigen und meist stockenden Wiederholungen kleiner Sequenzen, wie sie im Unterricht notwendig sind, gelten nicht unbedingt als Konzertgenuss. Eine gute Schallisolierung sollte der Nebenjob-Lehrer in seinem Musikzimmer in jedem Fall vornehmen und seine Tätigkeit mit dem Vermieter abstimmen.

Schüler für sich gewinnen

Gerade wenn die Musiklehrertätigkeit neu aufgenommen wird, ist ein erhöhtes Maß an Werbung notwendig, um Schüler für den Unterricht zu gewinnen. Musikschulen kooperieren in dieser Frage kaum, sind doch die musikalischen Nebenjobber eine höchst unwillkommene Konkurrenz. Aushänge in Schulen sind jedoch machbar, natürlich in Abstimmung mit der Schulleitung. Auch bei Elternabenden kann man sein Angebot popularisieren.

Am Anfang ist die beste Methode die Mund-zu-Mund-Propaganda in der Verwandtschaft und im Freundeskreis. Wenn sich der Zulauf nur langsam entwickelt, ist das kein Beinbruch. Auch der neue Musiklehrer muss sich erst daran gewöhnen, wie er in seinem Job zurechtkommt.

Mund-zu-Mund Propagande

Hat sich die Tätigkeit eingespielt, kann das Angebot auch als Flyer in geeigneten Locations ausgelegt werden. Wichtig ist, dass der Lehrer seine Zielgruppe entsprechend der oben genannten Altersklassifikation anspricht – hierbei beginnend bei den Eltern. Selbstverständlich spielt auch der Preis ein entscheidenter Faktor bei der Annahme des Angebots.

Vergütung & Verdienstmöglichkeiten

Jeder Nebenjob-Musiklehrer sollte seine Fähigkeiten real einschätzen. Zu Beginn sind Preise zwischen 12 und 25 Euro je 45 Minuten, je nach Instrument, angemessen. Die klassischen Instrumente wie Klavier und Violine, aber auch Trends wie Saxophon oder Keyboards liegen am oberen Limit, Akkordeon oder Flöten am unteren (Blockflöte unbedingt noch darunter). Der Preis für eine Musikunterrichtsstunde ist allerdings regional sehr verschieden.

Dass an Musikschulen Stundensätze von 60 Euro für Einzelunterricht und ab 35 Euro für Gruppenunterricht gang und gäbe sind, darf den Nebenjobber erst einmal nicht interessieren. Denn dort arbeiten ausgebildete Musiklehrer im Hauptberuf und finanzieren die Einrichtung mit. Vielen Eltern oder Jugendlichen sind diese Preise auch zu teuer.

Wenn die eigene Qualität zunimmt und sich als zugkräftig erweist, kann in der Vergütung gern aufgestockt werden. Jedes Lehrverhältnis wird individuell verhandelt.

Steuern

Wenn es um Einnahmen im Nebenjob geht, soll dieser natürlich steuerfrei bleiben. Erfolgt der Musikunterricht in Kooperation mit einer gemeinnützigen Organisation, erhält der Musiklehrer ohnehin einen Freibetrag von 2.100 Euro im Jahr.

Studenten können bis 9.040 Euro im Jahr steuerfrei dazu verdienen, denn sie können über die festgelegten 8.004 Euro noch den Arbeitnehmerpauschbetrag und den Sonderausgabenpauschbetrag geltend machen. Wer Bafög bezieht, muss sich an die Regeln der allgemeinen Zuverdienstgrenzen halten, und diese betragen seit 2013 450 Euro im Jahr.

Das gleiche gilt auch für Rentner. Frührentner, die bisher nur weniger hinzu verdienen durften, sind nunmehr gleichgestellt.

Wer mehr verdienen will, muss diese Einkünfte in seine Steuererklärung einbeziehen und ggf. auch die Umsatzsteuervorauszahlung leisten.

Ansonsten steht dem Nebenjob als Musik- oder Gesanglehrer nichts mehr im Wege.

Bildquelle: 1.


Diesen Artikel teilen

Jetzt anmelden

Bis zu 15€ pro Umfrage verdienen oder Gutscheine, Produkte und vieles mehr erhalten.

Weiblich
Männlich
Wir schützen Ihre Daten: Datenschutz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.