Ratgeber: Wann muss sich ein Heimarbeiter krankenversichern?



Heimarbeit und Krankenversicherung

Um im Krankheitsfall abgesichert zu sein, ist auch bei der Heimarbeit die Wahl der richtigen Krankenkasse enorm wichtig.

Grundsätzlich wird zwischen der unselbstständigen und der selbstständigen Heimarbeit unterschieden – dies beeinflusst ebenso wie die nachfolgend beschriebenen Faktoren die Auswahl.   Krankenversicherung bei der Heimarbeit

Krankenversicherung im Nebenberuf

Wird die Heimarbeit nur nebenberuflich ausgeübt und der Heimarbeiter geht einer unselbstständigen Hauptbeschäftigung nach, ist dieser über seinen Arbeitgeber krankenversichert. Überschreitet die Hauptbeschäftigung 20 Wochenstunden, muss auf das Einkommen aus der Nebenbeschäftigung kein Krankenversicherungsbeitrag abgeführt werden.

Steht der Heimarbeiter in keinem Beschäftigungsverhältnis, sondern ist beispielsweise Hausfrau/Hausmann, muss keine gesonderte Krankenversicherung abgeschlossen werden und die Familienversicherung tritt im Krankheitsfall ein – sofern die Tätigkeit unter 19,25 Stunden in der Woche ausgeübt wird.

Auch Arbeitslose dürfen gemäß den Vorschriften des Sozialgesetzbuches III an bis zu 15 Wochenstunden in Heimarbeit arbeiten, ohne eine gesonderte Krankenversicherung abschließen zu müssen. Liegt das Einkommen allerdings höher als 165 Euro netto, wird dieses auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

Krankenversicherung im Minijob

Wer einen Minijob bis 450 Euro in Heimarbeit annehmen will, muss seinem künftigen Arbeitgeber die Mitgliedschaft bei einer Krankenversicherung nachweisen. Besteht zum Beginn der Arbeitsaufnahme keine Versicherung, so muss sich der Heimarbeiter selber versichern. Obwohl der Arbeitgeber für den Minijobber 15 Prozent an die Krankenkasse abführt, ist dieser dadurch nicht krankenversichert.

Tipp: Übersteigt der Verdienst die Grenze von 450,00 Euro, liegt eine Beschäftigung in der sogenannten Gleitzone vor und der Heimarbeiter ist durch die Beiträge des Arbeitgebers automatisch in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert.

Freiwillige Krankenkasse oder private Krankenversicherung

Der Heimarbeiter muss sich immer dann selber versichern, wenn die zuvor genannten Grenzen überschritten wurden oder wenn eine Heimarbeit im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit vorliegt. Dabei stehen zwei Optionen zur Wahl:

  • Versicherung als freiwilliger Versicherter in einer gesetzlichen Krankenkasse
  • Versicherung in einer privaten Krankenversicherung

Wer vor Beginn seiner Tätigkeit als selbstständiger Heimarbeiter zwölf Monate lang ununterbrochen oder in den letzten fünf Jahren für mindestens 24 Monate gesetzlich krankenversichert war, kann in die gesetzliche Krankenversicherung eintreten. Zu den zuvor genannten Fristen zählen auch Zeiten, in denen eine Krankenversicherung über die Familienversicherung bestand oder Arbeitslosengeld bezogen wurde.

Die freiwillige Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse sollte unbedingt spätestens drei Monate nach Beendigung der Versicherungspflicht beantragt werden! Dabei besteht grundsätzlich eine freie Wahlmöglichkeit zwischen den AOKs, den Ersatzkassen wie DAK, Barmer oder Techniker Krankenkasse, den Innungskrankenkassen oder den Betriebskrankenkassen. Der monatliche Krankenkassenbeitrag berechnet sich von einem festgelegten Mindesteinkommen und nicht vom erhaltenen Entgelt. Wird die Vorversicherungszeit nicht erfüllt, muss eine private Krankenversicherung gewählt werden.

Beitragshöhe

Die Beitragshöhe der privaten Versicherungsgesellschaften ist abhängig von den gewählten Leistungen und der Höhe der Selbstbeteiligung. Hier lohnt sich ein Vergleich unter den Angeboten. Die Rückkehr in eine gesetzliche Versicherung ist allerdings nur sehr schwer möglich. Seit 2009 müssen auch die privaten Versicherungen einen sogenannten Basistarif anbieten, der in etwa die Leistungen einer gesetzlichen Krankenkasse enthält. Anders als in den übrigen Tarifen, müssen hier auch schwer erkrankte Personen aufgenommen werden.

Tipp: Auch wenn die privaten Krankenversicherer teilweise mit günstigen Beiträgen locken, die unabhängig vom tatsächlichen Einkommen sind, ist insbesondere für Familienväter die freiwillige Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse die bessere Wahl. Denn in der privaten Versicherung müssen Ehefrau und Kinder, die über kein eigenes Einkommen verfügen, extra versichert werden.

FAZIT: wer selbstständig in der Heimarbeit tätig ist, muss sich selbst versichern. Wer angestellt ist oder die Heimarbeit nur als Nebenberuf ausübt, ist meistens über den Arbeitgeber des Hauptjobs versichert. 

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