Haushaltsbuch führen & Geld sparen


Haushaltsbuch führen und Geld sparen

Im weltweiten Vergleich gesehen sind die Deutschen Weltmeister im Sparen. So hohe Rücklagen pro Kopf auf der Bank hat kein anderes Volk der Welt. Im monatlichen Kontostand-Vergleich stellt sich die Sachlage für die meisten Deutschen allerdings völlig anders dar. Da lautet die Frage eher: Wo ist mein Geld geblieben? Obwohl man sich keiner großen Ausgaben bewusst ist, hat sich die Haben-Seite meist nicht positiv entwickelt. Noch schlimmer: Wenn am Ende des Geldes noch soviel Monat übrig ist.

Gegen das monetäre Vergessen hilft nur eins: Das Haushaltsbuch. Klingt altmodisch, ist es aber nicht. Immer mehr Deutsche greifen zum Haushaltsbuch, um ihre Ausgaben in den Griff zu bekommen.  Dass sich mit einem Haushaltsbuch richtig Geld sparen lässt, ist statistisch erwiesen. Eine Befragung von rund 3.000 Haushalten (von derzeit schätzungsweise 3 Millionen buchführenden Haushalten) durch das Bundesfamilienministerium ergab im Durchschnitt eine Ersparnis von 20 Prozent bzw. wenigstens 50 Euro im Monat. Der Spitzen-Sparsatz lag fünfmal so hoch. Egal, ob überschuldeter Haushalt oder Besserverdienender – das Haushaltsbuch bringt für jeden einen angenehmen finanziellen Effekt.

Geld sparenWas ist der Trick beim Haushaltsbuch?

Im Gegensatz zu unseren Großmüttern, die das Haushaltsbuch auf der Grundlage eines knapp bemessenen Budgets führten, ist heute eine andere Macht der Auslöser für das Money-Controlling: die Freizügigkeit. Denn jeder Mensch verdient in der Regel so viel, dass er ein normales Leben führen kann. Unser Leben heute aber ist mit millionenfachen Verführungen versehen, die das Geld schnell schwinden lassen:

Werbung, Lifestyle, Must-haves, Ratenzahlung, Finanzierungsangebote, Payback-Punkte oder „Nimm drei – zahl zwei“ sind nur einige Auslöser, die Mehrausgaben verursachen.

Bargeldloser Zahlungsverkehr, Online-Banking und Kreditkarten verwandeln reale Geldsummen in anonyme Formeln.

Das kurzzeitig gute Konsum-Gefühl weicht einer viel größeren Beklemmung beim nächsten Blick auf die Konto-Auszüge – aber auch davor kann man ja die Augen verschließen.

Der tolle Effekt des Haushaltsbuches ist, dass es die ausgegebenen Geldmengen den erworbenen Werten gegenüberstellt und den realen oder eingebildeten Nutzen des Kaufs vor Augen führt. Es zwingt uns fast täglich, unsere Handlungen zu dokumentieren und zu bewerten.

Das Beste dabei ist: was man selbst aufgeschrieben hat, prägt sich deutlich ein. Das Haushaltsbuch verschafft uns wieder die Übersicht, die uns vor lauter Freizügigkeit abhanden gekommen ist, und ein reales Gefühl für die Ausgaben eines Monats.

Geld sparenWelche Arten von Haushaltsbüchern gibt es?

Letztendlich reicht natürlich das Eintragen der Kaufsummen, z.B. 25,50 Euro für Lebensmittel, völlig aus. Nur wer sein Haushaltsbuch in größeren Abständen führen will, muss die Belege solange aufheben, bis er sie eingetragen hat.Wem die gute alte Art, alle Ausgaben in ein kleines Heftchen zu schreiben, zu bieder ist, kann sich gern mit Online-Haushaltsbüchern, entsprechender PC-Software, Excel-Tabellen oder iPhone-Apps „trösten“.

Die IT-Lösungen haben den Vorteil, dass sie sämtliche Geldstände in Sekunden von Bruchteilen berechnen können. Das klassische Haushaltsbuch dagegen kostet nichts und ist einfach physisch  präsent – für viele eine Hilfe, es auch wirklich ernst zu nehmen.

Zudem kann es Belege mit aufnehmen, die für Nachweise, Abrechnungen oder Umtausch nutzbar sind. Hängt das Haushaltsbuch in der Küche neben dem Kalender, lässt sich nach jedem Einkauf der Betrag einfach eintragen.

Da das Haushaltsbuch kalendarisch geführt wird, lassen sich bestimmte Ausgabenbereiche auch zeitlich auflisten. Wer dann für „Mode“ mehr als fünf Termine im Monat stehen hat, darf in seinem virtuellen Haushaltsbuch gern noch eine Alarm-Funktion implementieren.

Die beiden grundlegenden Arten, ein Haushaltsbuch zu führen, sind:

  1. konform mit dem Konto.
  2. mit einem definierten Budget.

Wie führt man ein Haushaltsbuch?

Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, in welcher Form er sein Haushaltsbuch führt. PC-Freaks können das gern virtuell machen, Traditionalisten wählen die Heftchen-Form. Wichtig ist nur, dass man es jeden Tag führt, an dem Ausgaben angefallen sind. Bereits einen Tag später können sich die meisten Menschen nicht mehr an jede Einzelheit erinnern, die Geld gekostet hat. Aber auch die Kleinstbeträge summieren sich im Laufe der Zeit zu beträchtlichen Größenordnungen – wie das Haushaltsbuch eindrucksvoll nachweist.

Die Eröffnung der Bilanz

Über jedem Monat prangt im Haushaltsbuch der Ausgangsstand, entweder als definiertes Budget oder als aktueller Kontostand. Scheuen Sie sich nicht, ihn einzutragen, auch wenn er mit einem Minus versehen sein sollte. Das Haushaltsbuch wird Ihnen helfen, die rote Zahl verschwinden zu lassen.

Die Haben-Seite

Nun das Positive: Führen Sie alles auf, was Sie innerhalb eines Monats als regelmäßige Einnahmen verbuchen können. In der Regel werden das Gehalt, Lohn, Renten, Zusatzverdienste oder staatliche Leistungen sein. Wenn Sie über jährlich fällig werdende Einnahmen verfügen, wie z.B. Pachten, Zinsen oder Nutzungsentgelte, nehmen Sie diese anteilig auf dem Monat berechnet mit auf.

Beziehen Sie nichts ein, das nicht sicher ist. Erhalten Sie wider Erwarten eine Steuerrückzahlung, haben Sie ein schönes Extra, aber keine garantierte Kalkulationsgröße.

Die festen Ausgaben

Unter dieser Rubrik erfassen sie alle Ausgaben, die monatlich zur Sicherung Ihrer Existenz nötig sind. Dazu gehören in erster Linie das

  • Wohnen (Miete bzw. Eigenheimkosten, Nebenkosten für Strom, Wasser, Gas bzw. andere Brennstoffe, Müll, Betreuungsleistungen wie Hausverwaltung, Hausmeister oder Anlagenservice)
  • Lebensmittel
  • Telefon & Internet
  • Ständige Leistungen, die für Ihre Familie oder Ihren Beruf notwendig sind (Kindergarten, Schule, Versicherungen, Steuer)
  • Verbindlichkeiten (Abzahlung von Krediten, Schulden, offene Rechnungen)

Die flexiblen Ausgaben

Es mag unterschiedliche Anschauungen geben, was in diesen Bereich gehört. Hobby und Freizeit beispielsweise sind Werte, die natürlich zum menschlichen Leben dazu gehören – aber bei knapper Kassenlage eben auch nur eingeschränkt wahrgenommen werden können.

Wenn Sie die festen Ausgaben von den Einnahmen abgezogen haben, werden Sie ohnehin feststellen, dass der klare Blick auf die Verhältnisse meist jetzt schon keine „großen Sprünge“ mehr zulässt.

Aber diese Rubrik bietet auch ein immenses Sparpotenzial. Überprüfen Sie ernsthaft, ob Ihr Zeitungsabonnement, das Fitness-Studio, die Mitgliedschaft in diversen Organisationen oder das häufige Außer-Haus-Essen wirklich notwendig sind. Lösen Sie sich aus Verträgen, die keinen Mehrwert bringen. Streichen Sie Komfort, den Sie kaum wahrnehmen. Das alles hilft Ihnen, dem guten Ende des Haushaltsbuches näher zu kommen.

Was bleibt „unter`m Strich“

Wenn Sie alle Angaben real eingetragen und bereits im ersten Anlauf überflüssige Ausgaben gestrichen haben, könnte gut und gern schon ein kleines Sümmchen übrig geblieben sein, über das Sie frei verfügen können. Aber Vorsicht! Anstelle es sofort wohlgemut wieder den flexiblen Ausgaben zuzuschlagen, sollten Sie bedenken, dass noch vieles von dem, was Ihr Leben ausmacht, noch gar nicht berücksichtigt ist. Das können so schöne Dinge sein wie Urlaub oder eine größere Anschaffung, aber auch Risiken, die sich durch Krankheit oder unvorhergesehene Ereignisse einstellen können. Ob Sie gespartes Geld anlegen, in Werte investieren oder ihre Berufschancen verbessern – Ihr Haushaltsbuch sagt Ihnen, womit sie wirklich rechnen können.

Wenn die monatlichen Einkünfte vorerst nicht ausreichen, um im Haushaltsbuch „über Null“ zu kommen, wird der Weg natürlich etwas länger. Aber Sie haben jetzt endlich eine verlässliche Orientierung, die Ihnen auch die genauen Zahlen liefert. Bei einem kleinen Minus kann schon das Sparen im Haushalt helfen. Mit dem Haushaltsbuch haben Sie einen optimalen Überblick, ob das Geld bis zum Ende des Monats reicht, oder ob gespart werden muss.

Tragen Sie täglich Ihre Ausgaben ein – und Sie werden gewaltige Sparpotenziale entdecken, die Ihnen bisher nicht aufgefallen sind. Nehmen Sie sich Zeit für eine monatliche Auswertung. Stellen Sie fest, in welchen Bereichen Sie einfach zu teuer oder zu oft einkaufen. Vergleichen Sie die Preise von Energie-, Kommunikations- oder Dienstleistungsanbietern in Bezug auf Ihre Bedürfnisse. Seien Sie kostenbewusst, aber versagen Sie sich nicht alles Nette im Leben. Das Haushaltsbuch hilft Ihnen, souverän mit der Freizügigkeit umzugehen.

Jetzt unser Haushaltsbuch als PDF kostenlos herunterladen & ausdrucken.


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