Legal Steuern sparen: So klappt es



Wer hat schon Lust, hauptsächlich für das Finanzamt zu arbeiten? Mittlerweile ist der „Steuerzahlertag“ auf den 11.Juli nach hinten gerutscht: An diesem Tag haben die Deutschen genug verdient um sämtliche Steuern und Abgaben für das Jahr bezahlt zu haben und verdienen nun endlich für die eigene Tasche. Dahinter liegen nur noch wenige andere europäische Nationen, darunter Frankreich (28.Juli) und als Letztplatzierter das kleine Belgien (6.August). Wer ganz allgemein legal Steuern sparen möchte, sollte also lieber nicht nach Brüssel oder Antwerpen umziehen -sondern eher nach London oder Manchester: Die Briten werden nämlich vergleichsweise wenig vom Staat gerupft und beginnen schon am 12.Mai damit, Geld für sich selbst zu verdienen. Besser geht es nur noch den Zyprioten, Maltesern und Iren. Nun ja, auf den Mittelmeerinseln ist es zumindest angenehm warm.

Wer nicht zum Steuern sparen ins Ausland ziehen möchte, kann zumindest mit Hilfe einiger Tricks ganz legal Steuern sparen in Deutschland. Dabei muss nicht mal ein Steuerberater teuer bezahlt werden. Diese Steuerspartipps sollte jeder kennen:

1. Legal Steuern sparen mit Handwerkern und Betreuern

Wer andere für sich arbeiten lässt, kann damit ordentlich Steuern sparen. Handwerksrechnungen können bis zu einer Höhe von 6000 Euro steuerlich geltend gemacht werden, wobei jedoch nur die Handwerksleistung selbst angerechnet wird, nicht aber die Materialkosten. Außerdem muss die Handwerksrechnung per Überweisung und nicht bar bezahlt worden sein. Mit der Steuervergünstigen will der Staat nämlich die weit verbreitete Schwarzarbeit im Handwerk eindämmen. Von den maximal 6000 Euro können 20% direkt von der Steuerlast abgezogen werden: Dies sind satte 1200 Euro!

Nicht nur Handwerker lassen sich steuerlich geltend machen, sondern auch sogenannte „haushaltsnahe Dienstleistungen“. Dazu gehören u.a. Bügeln, Putzen, Babysitten oder Gartenarbeit. Wer beispielsweise eine Putzhilfe auf Minijobbasis anstellt, kann bis zu 2550 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen und somit 510 Euro Steuern sparen (20 Prozent). Wer über eine Agentur eine professionelle Haushaltshilfe anstellt, kann sogar bis zu 20.000 Euro steuerlich geltend machen und somit bis zu 4000 Euro jährlich sparen. Ganz wichtig: „haushaltsnahe Dienstleistungen“ können auch von Verwandten und Nachbarn erbracht werden, solange sie nicht im gleichen Haus wohnen und eine ordentliche Rechnung erstellen. So lassen sich auch Kosten geltend machen, wenn die Nachbarstochter ab und zu als Babysittern einspringt oder die Oma im Nachbardorf die Bügelwäsche übernimmt.

cash1

2. Außergewöhnliche Belastungen nutzen

Für eine neue Brille oder ein neues Hörgerät müssen Menschen tief in die eigene Tasche greifen. Hier hilft der Staat mit Steuerentlastungen, wenn eine bestimmte „zumutbare Belastungsgrenze“ überschritten wurde. Liegen die Einkünfte einer kinderlosen Person zwischen 15.341 und 51.130 Euro im Jahr, berechnet der Staat 6% als zumutbare Eigenbelastung. Bei einem Jahreseinkommen von 25.000 Euro sind dies also 1500 Euro. Wer nun für das neue Hörgerät 3000 Euro aus eigener Tasche zuzahlen musste, kann abzüglich der Eigenbelastung noch 1500 Euro als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen.

Neben medizinischen Hilfsmitteln wie Hörgeräten und Brillen fallen auch weitere Krankheitskoten darunter, sowie Pflegekosten für die pflegebedürftigen Eltern, die nicht durch die Pflegeversicherung abgedeckt werden, Unterhaltskosten und Kosten für die Berufsbildung der Kinder, wenn diese kein Kindergeld mehr beziehen. Auch die mittlerweile enormen Kosten für eine Beerdigung können als außergewöhnliche Kosten geltend gemacht werden.

Der Haken an der Sache: Es gibt keine allgemeingültigen Regelungen und der Staat kann mal so, mal so entscheiden. Ob beispielsweise die Kosten für einen Treppenlift im Haus anerkannt werden, wird gerne mal individuell auf Basis des Gesundheitszustandes entschieden. Es lohnt sich jedoch in jedem Fall, alle potenziellen außergewöhnlichen Belastungen (mit Quittungen und anderen Nachweisen!) in der Steuererklärung anzugeben.

3. Legal Steuern sparen mit Werbungskosten

Als Werbungskosten bezeichnet der Staat alle Kosten, die „zur Erwerbung von Einnahmen“ entstehen, sprich, die mit dem Berufsleben verknüpft sind. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte Pendlerpauschale, die Absetzbarkeit des täglichen Arbeitsweges. Was viele nicht wissen: Sie gilt nicht nur für Autofahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, sondern für alle. Wer also „kostenlos“ zu Fuß zur Arbeit geht oder das Fahrrad nutzt, kann die Pendlerpauschale trotzdem für sich in Anspruch nehmen. Wer täglich 5 km zur Arbeit radelt, kommt immerhin auf 330 Euro pro Jahr (5 x 0,30€ x 220 Arbeitstage). Aber Vorsicht: Schummeln ist sinnlos. Kommt dem Finanzbeamten die angegebene Kilometerzahl komisch vor, rechnet er mit dem Routenplaner nach.

Legal Steuern sparen lässt sich auch mit „Arbeitsmitteln“ wie dem Computer und dem Telefon: Wird der Computer zuhause zumindest teilweise für die Arbeit genutzt, kann er steuerlich geltend gemacht werden. Auch Fachliteratur gehört dazu: Wer als Programmierer und IT-Experte mehrere Computerfachzeitschriften abonniert hat, kann die Abonnements steuerlich geltend machen. Viel Potenzial gibt es auch bei Fortbildungskosten: Wer beispielsweise bei der VHS einen Spanisch-Kurs belegt und nachweisen kann, dass er die Sprachkenntnisse für den Beruf benötigt (weil die Firma mit vielen spanischen Firmen kooperiert) und nicht nur für den Jahresurlaub auf Mallorca, kann die Kosten ebenfalls steuerlich geltend machen. Aber auch hier ist wieder Vorsicht geboten: Wenn der Arbeitgeber einen Sprachkurs oder ein Seminar finanziert, kann der Arbeitnehmer die Quittung nicht auch noch für seine Steuererklärung nutzen. Finanzbeamte werden hier schnell misstrauisch.

Spartricks für Mütter und Väter

4. Geld bei den Kindern parken

Auf Kapitalerträge müssen eigentlich Steuern gezahlt werden, sobald der Sparerfreibetrag von 801 Euro überschritten wurde. Wer minderjährige Kinder hat, kann deren Sparerfreibeträge zusätzlich nutzen: Bis zu 400.000 Euro können steuerfrei an ein Kind verschenkt werden. Allerdings hat die Sache einen Haken: Die Eltern dürfen keinen Zugriff mehr auf das Geld haben, denn sonst ist dem Finanzamt klar, dass das Geld nur zum Schein übertragen wurde. Wenn dem Nachwuchs 50.000 Euro aufs eigene Konto überwiesen wurde, muss das Kind auch wirklich Eigentümer dieses Geldes sein. Es könnte zum Beispiel für das spätere Studium genutzt werden, ein eigenes Auto oder als Grundstock für den Erwerb einer Immobilie.

schreibt für Heimarbeit-Online. Ihr könnt sie über Twitter oder Facebook erreichen.


Diesen Artikel teilen

Jetzt anmelden

Bis zu 15€ pro Umfrage verdienen oder Gutscheine, Produkte und vieles mehr erhalten.

Weiblich
Männlich
Wir schützen Ihre Daten: Datenschutz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.