Schuldenfallen für Jugendliche – Der Expertenratgeber


leeres Portemonnaie

Die Faktenlage ist eindeutig: Deutschlands Jugendliche verschulden sich immer früher und immer heftiger. Aktuellen Zahlen zu Folge können Hunderttausende unter 20-jährige ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Alarmierend sind aber nicht nur die absoluten Zahlen. Besonders schlimm ist, dass laut Schuldner-Atlas diese Tendenz Jahr für Jahr bedrohlich anwächst. So hat sich in den vergangenen fünf Jahren die Anzahl an verschuldeten jungen Menschen mehr als verdoppelt. Warum können Jugendliche so schlecht mit ihrem Geld umgehen, und vor welchen Bereichen sollten sie sich besonders vorsehen?

Verbraucherschützer weisen oft darauf hin, dass Jugendliche aufgrund von sozialem Druck besonders gefährdet sind, in die Schuldenfalle zu tappen. Wenn ein Teenager alle seine Freunde mit teuren Smartphones hantieren sieht, wird er oder sie alles tun, mitzuziehen. Derlei Dinge können sich schnell anhäufen und zu viel werden für die geringen Einkünfte eines normalen Schülers oder Auszubildenden.

Ein Grund dafür, dass Jugendlichen heutzutage das Geld überhaupt zur Verfügung steht, sind die immer lockereren Regulierungen hinsichtlich Dispokrediten und gar Kreditkarten. Wer sich oder seine Zöglinge vor dem Schuldturm schützen will, sollte also bei Bankangelegenheiten ganz genau hinsehen. Wer keinen Dispokredit zur Verfügung hat, kann den logischerweise auch nicht missbrauchen.

Doch womit häufen Jugendliche eigentlich die größten Schuldenberge an? Größter Kostenfaktor sind meist die bereits erwähnten Handy-Verträge. Leider sind die genauen Konditionen vieler Mobilfunkanbieter nur schwer zu entschlüsseln. Gerade junge und unerfahrene Kunden übersehen oft Extra-Zahlungen oder überlange Vertragslaufzeiten, wenn sie sich für ein neues, schickes Handy entscheiden. Wer sich nicht ganz sicher ist, was genau er da unterschreibt, sollte in solchen Fällen bei der Verbraucherschutzzentrale anrufen und auf jeden Fall die Angebote vergleichbarer Anbieter einholen.

Ähnlich tief müssen viele Teenager für Mitgliedschaften in Fitness-Centern in die Taschen greifen – obwohl sie oft deren Angebote gar nicht nutzen. Die meisten Fitnessclubs verlangen monatliche Zahlungen unabhängig davon, wie oft der Kunde tatsächlich von der Einrichtung Gebrauch macht. Eine schnelle Unterschrift kann den Jugendlichen so noch lange Zeit kosten.

Auch ganz oben auf der Liste der Schuldenfallen liegen natürlich Klamotten und Kosmetika. Hiervon sind insbesondere junge Frauen betroffen, die sich oft genötigt fühlen, ihre Garderobe jede Saison komplett zu wechseln. Dass das bei den heutigen Preisen von Designerware schnell ins Geld geht, versteht sich von selbst.

Ein weiterer Faktor, dem frühere Generationen nicht ausgesetzt waren, ist das Online-Shopping. Häufig bestellen sich Jugendliche aus purer Langeweile teure Produkte im Internetversand. Der Weg zum virtuellen Einkaufswagen ist sehr kurz, und selbst große Anschaffungen sind nur ein paar Mausklicks entfernt. Das führt häufig zu impulsartigen Kaufentscheidungen, die später bereut werden.

Junge Erwachsene, die bereits in der eigenen Miets-Wohnung leben, sehen sich noch ganz anderen Arten der schleichenden Kosten gegenüber. Ob GEZ, Strom- und Gaskosten oder Festnetzanschluss – die Nebenkosten eines eigenen Haushalts werden oft unterschätzt. Wer kein genaues Auge auf seine Kontobewegungen hat, kann von den vielfältigen Zahlungen bald überwältigt werden. Hier empfiehlt es sich, nicht immer Einzugsermächtigungen an die betreffenden Organisationen auszuteilen, sondern die Rechnungen einzeln zu überweisen. Das gibt einem ein besseres Gefühl für die reelen Kosten und den eigenen Kontostand.


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