Schuldenfrei ins neue Jahr: So klappt es



Endlich Schuldenfrei

Für die meisten Menschen ist der Jahresbeginn an gute Vorsätze gekoppelt: Mehr Sport treiben, abnehmen, gesünder leben und das Rauchen aufgeben gehören dabei zu den bekanntesten Klassiker. Menschen, die unter einer Schuldenlast leiden, nehmen sich dagegen oft vor, endlich die Schulden loszuwerden, zu sparen und irgendwann wieder einmal sorgenlos einkaufen zu können. Der Schuldenfalle zu entkommen, ist zwar nicht leicht, doch es ist möglich. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Vorsätze für das neue Jahr realisieren können.

Den Tatsachen ins Auge sehen: Die Bestandsaufnahme

Haben Sie in den letzten Monaten immer wieder unangenehme Briefe ignoriert, weil Sie Rechnungen und Mahnungen befürchteten? Den Kopf in den Sand stecken, ist auf Dauer jedoch keine Lösung. Nehmen Sie sich also einmal Zeit für eine gründliche Bestandsaufnahme: Wie ist es um Ihr Guthaben bestellt, welche Kredite müssen abgestottert werden und welche unbezahlten Rechnungen stauen sich in der Schublade.

Haben Sie beispielsweise noch Geldanlagen in der Bank mit mageren Renditen von 1,25%, während die Sollzinsen Ihres überzogenen Dispo bei 10 Prozent liegen, lösen Sie die Anlagen lieber auf um davon das Konto auszugleichen. Anschließend zahlen Sie die offenen Rechnungen, ehe Mahn- und Inkassogebühren hinzukommen oder gar der Gerichtsvollzieher anklopft.

Haben Sie sich bei Freunden oder Verwandten Geld geliehen, sind diese als nächstes dran: Erklären Sie die Situation, bitten Sie um Entschuldigung und zahlen Sie so viel wie möglich zurück. Im Idealfall haben Sie mit Ihren Rücklagen die tatsächlichen Schulden abgelöst, so dass nur noch laufende Kredite übrig bleiben, zum Beispiel die Monatsraten für das Auto oder die gekaufte Wohnung. Achten Sie darauf, dass Sie für diese Raten jeden Monat genügend Geld haben – andere Ausgaben wie der Besuch im Nagelstudio oder das neue Computerspiel können erst dann getätigt werden, wenn vom Einkommen die monatlichen Pflichtausgaben, einschließlich der Raten, abgezogen wurden.

Kein Geld

Wenn die Rücklagen aufgezehrt sind

Haben Sie keine Rücklagen wie Festgeldkonten oder Lebensversicherungen, die Sie auflösen können um Schulden abzustottern? Dann überlegen Sie, ob es andere Möglichkeiten gibt, an mehr Geld zu kommen. Sind die Kinder mittlerweile erwachsen, könnten Sie zum Beispiel Spielzeug, Kleidung und die Kinderzimmereinrichtung verkaufen. Auch Ihre eigene ungetragene Kleidung können Sie in Second Hand-Läden oder im Internet verkaufen, sowie die unzähligen Bücher, CDs und DVDs, die ungenutzt in den Schränken stehen. Im Idealfall kommt so genug Geld zusammen um zumindest die offenen Rechnungen zu bezahlen und das Konto auszugleichen.

Bei mehreren Darlehen können Sie mit der Bank besprechen, ob eine Umschuldung oder eine Zusammenlegung möglich ist. So stottern Sie statt dreier oder vierer unterschiedlicher Darlehen nur noch ein einziges ab. Eventuell können Sie auch bei einer anderen Bank einen neuen Kredit zu günstigeren Konditionen aufnehmen und mit dem Geld die alten Darlehen tilgen. Je weniger Zinsen Sie zusätzlich zu den eigentlichen Schulden zahlen müssen, umso besser für die Haushaltskasse.

Überlegen Sie auch, ob Sie zumindest zeitweise einen zusätzlichen Job annehmen könnten, z.B. als Aushilfe in der Außengastronomie in den Sommermonaten, bei der Betreuung eines Standes auf dem Weihnachtsmarkt oder als Nachhilfelehrer. Diese Einkünfte nutzen Sie dann, um Ihre Verbindlichkeiten nach und nach abzuzahlen.

Lernen Sie Ausgabendisziplin

Je nach Höhe der Schulden haben Sie vielleicht schon im Sommer alle Verbindlichkeiten abgelöst und sind bis auf den Ratenkredit für das neue Auto schuldenfrei – herzlichen Glückwunsch! Eine weitere hilfreiche Finanzspritze in dieser Zeit ist meist die Einkommensteuerrückerstattung des Finanzamtes: Je nach Verdienst können sich durchschnittliche Arbeitnehmer in Deutschland auf 800-1000 Euro freuen. Damit tilgen Sie viele offene Rechnungen!

Doch ganz wichtig ist nun, wie Sie weitermachen: Stürzen Sie sich nicht direkt in neue Schulden, indem Sie einen teuren Sommerurlaub buchen oder das zwei Jahre alte Smartphone gegen ein neueres Modell eintauschen, nur weil es mit LTE ausgestattet ist. Üben Sie sich in Ausgabendisziplin. Sie wissen nun genau, welche Beträge Sie jeden Monat zahlen müssen und was Sie verdienen. Was vom Verdienst übrig bleibt, sollte nicht einfach ausgegeben werden: Legen Sie jeden Monat eine gewisse Summe zurück, so dass Sie für Notfälle gewappnet sind: Wird überraschend eine neue Waschmaschine fällig, müssen Sie sich dann nicht direkt wieder verschulden, sondern nehmen das Geld von der neu angesparten „hohen Kante“. Auch andere größere Ausgaben wie die große Geburtstagsparty oder die Weihnachtsgeschenke können sie so schon im Voraus zusammensparen. Auch das neue Smartphone oder die Urlaubsreise lassen sich so schuldenfrei finanzieren. Dabei kann ein monatlich geführter Haushaltsplan durchaus sehr hilfreich sein.

Schuldenfrei werden

Letzte Rettung Privatinsolvenz

Ihre Schulden sind so hoch, dass Sie auch nach einem halben Jahr noch kein Licht am Ende des Tunnels sehen? Dann suchen Sie eine Schuldnerberatung auf. Diese Menschen helfen Ihnen dabei, einen besseren Überblick über alle Verbindlichkeiten zu bekommen und wissen, wo Sie ansetzen können. Vielfach übernehmen sie auch Gespräche mit den Banken und anderen Schuldnern, um Ihnen das Abstottern der Schulden in kleineren Raten zu ermöglichen. Im schlimmsten Fall, wenn gar nichts mehr geht, ist der Weg in die Privatinsolvenz meist der beste Schritt. Dann sind Sie zwar nicht schon im neuen Jahr schuldenfrei, sondern bestenfalls nach drei Jahren, doch oftmals ist es für die Betroffenen eine echte Erlösung, von jahrelangen Sorgen und Ängsten befreit zu sein.

schreibt regelmäßig für Heimarbeit Online.


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