Wer gibt mehr Geld aus – Mann oder Frau?


Männer oder Frauen - wer verdient mehr Geld im Berufsleben?

Manche Fragen, die man im Alltag so antrifft, sind fast so alt wie die Menschheit selbst. Eine ganze Reihe solcher Alltagsrätsel trifft man im Bereich des Geschlechtervergleichs an. Können Frauen wirklich schlechter einparken als Männer? Sind Männer tatsächlich chronisch untreuer als ihre Partnerinnen? Und so weiter, und so fort.

Eine derartige Frage, die für so einige Lebensbereiche eine ziemlich hohe Relevanz hat, ist die nach dem Einkaufs- und Konsumverhalten von Mann und Frau. Kurz: Wer gibt mehr Geld aus?

Intuitiv betrachtet gibt es gute Argumente für beide Seiten. Natürlich gilt das Shoppen traditionellerweise eher als weibliche Tätigkeit. Trotz eines knappen Jahrhunderts der Emanzipation ist es weiterhin Fakt, dass in den meisten Haushalten weltweit die Frauen für den Einkauf zuständig sind. Nimmt man dazu noch die kolportierte „Schwäche“ des schönen Geschlechts im Hinblick auf Mode und Kosmetika in Anschlag, liegt es nahe, Frauen als primäre Geldausgeber zu verdächtigen.

Andereseits verdienen Männer weltweit im Durchschnitt immer noch weit besser als Frauen und haben deshalb auch mehr Geld zum Ausgeben. Viele große Anschaffungen wie Autos oder Immobilien sind klassische Männerdomänen. Dazu kommen die teuren Technik-Käufe: Von riesigen Flachbildfernsehern, sündhaft teuren Stereoanlagen und PS-starken Rasenmähern lassen weibliche Konsumenten normalerweise die Finger.

Dankenswerterweise muss man sich bei der Beantwortung dieses Geschlechterzwists nicht rein aufs Bauchgefühl und Anekdoten verlassen, denn in der Vergangenheit haben sich so einige empirische Studien genau die gleiche Frage gestellt. Und das Ergebnis ist eindeutig: Global gesehen sind es die Frauen, die rund 70 Prozent allen Geldes ausgeben. In Deutschland liegt der Wert mit 72 Prozent gar noch ein bisschen höher. Das geht aus Zahlen hervor, die für das Buch Women Want More “ der Boston Consulting Group vor wenigen Jahren erhoben wurden.

Auch interessant ist das Ergebnis einer Stern-Studie, bei der sich so einige Klischees hinsichtlich des verschiedenen Kaufverhaltens der Geschlechter bestätigten. Oder überrascht es irgendjemanden, dass Männer beim Schuhekauf weit rationaler agieren, als Frauen? Mehr als ein Drittel aller Frauen gaben zum Beispiel an, sich öfters Schuhe nur zur Belohnung zu kaufen, während gerade einmal einer von zehn Männern sein Geld so ausgibt.

Für die im Stern zitierte Psychologin Dr. Eva Wlodarek ist das wahrlich keine Neuigkeit. Sogenannte „Belohnungskäufe“ sind eher eine weibliche Angelegenheit. „Frauen kaufen dann gerne etwas, was sie oder ihre Wohnung hübscher macht oder ihnen gut tut“, sagt Wlodarek.

Selbstverständlich hat die Lösung dieses ewigen Rätsels in einigen Bereichen extrem weitreichende Auswirkungen. Für beinahe jede Industrie ist es unabdingbar, die Zusammensetzung der eigenen Kundschaft genau zu kennen. Die Frage, ob Mann oder Frau letzten Endes das Geld über den Tresen schiebt, ist ein ganz entscheidender Faktor, wenn es um Marketing-Entscheidungen oder Werbestrategien geht.

So ist es zum Beispiel kein Wunder, dass Werbespots für Autos verstärkt während Sport-Übertragungen gesendet werden, die natürlich vor allem von Männern verfolgt werden. Talkshows im Nachmittagsprogramm sind dagegen von Spots für Haushaltsprodukte dominiert. Selbst solche Phänomene lassen sich also auf das unterschiedliche Konsumverhalten von Mann und Frau zurückführen.


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