Was erwartet uns 2013?


Finden Sie die richtige Balance

Wie zum Ende jeden Jahres müssen sich die Bundesbürger auf etliche Neuregelungen, die zum Beginn des neuen Jahres in Kraft treten, einstellen. Die Mischung ist wie immer bunt, es gibt Erfreuliches, es gibt Ärgerliches, manches berührt den Verbraucher kaum, anderes wird ihm vielleicht beim ersten Kontakt mit den neuen Gegebenheiten sehr verwundern. Wie immer gilt: Wer sich gut informiert und Beteiligungs- und bzw. Abwehrmaßnahmen ergreift, kann die Einbußen gering halten evtl. sogar profitieren. Für Leute, die Arbeiten von zu Hause erledigen, einen Nebenverdienst von zu Hause wahrnehmen, oder für die Heimarbeit für Mütter verbessern sich die Bedingungen.

Standard I: Strom

An die jährlichen Strompreiserhöhungen haben sich die Bundesbürger mittlerweile gewöhnt, aber 2013 dürften sie doch etwas heftiger aufstöhnen: 12 % stellen einen echten Rekordwert dar. Nur 1981 gab es bisher eine vergleichbar hohe Strompreissteigerung. Die großen Stromkonzerne begründen ihre Forderung mit der überdurchschnittlichen Erhöhung der EEG-Umlage, beteiligen die Verbraucher an den gesunkenen Einkaufpreisen an der Strombörse aber nicht. Zuhause arbeiten wird in jedem Fall durch die Strompreise teurer. Wer eine seriöse Heimarbeit  ohne Kosten hat, gibt dafür mehr an die Energiekonzerne ab.

Demgegenüber fällt die Porto-Erhöhung der Post für den Standard-Brief um 3 Cent richtig moderat aus, zumal der Preis über 15 Jahre konstant war.

Standard II: Gesundheit

Im Gesundheitsbereich wird seit einigen Jahren ebenfalls jährlich neu justiert. Dass die Beiträge bei den Privaten Krankenkassen trotz (oder vielleicht gerade wegen) des neuen Unisex-Tarifs steigen, interessiert nicht die Mehrheit, wohl aber die nächste Variante der Pflegereform.

Die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen um 0,1 Punkte auf 2,05 Prozent. Kinderlose zahlen auch weiterhin einen Zuschlag von 0,25 Prozent. Die erwarteten Mehreinnahmen in Höhe von knapp 1,2 Milliarden Euro sollen für Demenzkranke ohne Pflegestufe („Pflegestufe 0“ mit monatlich 225 Euro Pflegesachleistungen oder 120 Euro für pflegende Angehörige) und mit Pflegestufen I und II eingesetzt werden.

Pflegewohngemeinschaften erhalten zukünftig mehr, z.B. bei der Gründung einer Pflege-WG 2.500 Euro je Bewohner (max. 10.000 Euro). Eile tut not, denn die Aktion ist befristet. .

Künftig wird auch die private Pflege-Vorsorge mit dem so genannten „Pflege-Bahr“ gefördert. Jeder, der eine private Zusatzversicherung abschließt, erhält im Monat fünf Euro Zuschuss – unabhängig vom Einkommen.

Das Beste für alle ist: die Praxisgebühr wird wieder abgeschafft!

Standard III: Steuer

Arbeitnehmer können künftig 52 % (statt bisher 48 %) ihrer gesetzlichen Rentenbeiträge steuerlich absetzen. Auch bei Riester- und Rürup-Renten soll es Änderungen geben: Das steuerliche Abzugsvolumen für die Basisversorgung im Alter steigt von 20.000 Euro auf 24.000 Euro, muss allerdings noch als Gesetz verabschiedet werden. Änderungen gibt es auch bei den Freibeträgen für

Elektroautos, Elterngeld, Fristen, Wehrsold und ehrenamtliche Tätigkeit.

Die Lohnsteuerkarte aus Papier ist Geschichte, sie wird 2013 von der Registerkarte ELStAM. Bestehende Freibeträge werden jedoch nicht automatisch übernommen, sondern müssen neu beantragt werden.

Der Renten-Beitragssatz sinkt 2013 um 0,7 % auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren: 18,9 Prozent. Das bedeutet eine monatliche Entlastung von Durchschnittseinkommen von 60 bis 100 Euro im Jahr.

Für ab 2013 geborene Kinder gilt für das Kindergeld künftig eine pauschalierte Ermittlung der Abzüge für Steuern und Abgaben. Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gibt es dadurch keine nennenswerten Änderungen in der Elterngeldhöhe.

Andere Einschätzungen gehen von bis zu 120 Euro Verlust pro Kind im Jahr aus.

Ob der neue Rundfunkbeitrag, der nur noch pro Haushalt und unabhängig von der Anzahl der Empfangsgeräte erhoben wird, ebenfalls nichts ändert, muss sich auch erst noch zeigen.

Gute Nachrichten für Mini-Jobber, Autofahrer und Hartz-IV-Empfänger

Bei Minijobbern sind ab 2013 monatlich nun 450 Euro mehr abgabenfrei, und Minijobs sind jetzt standardmäßig rentenversichert. Arbeiten von zu hause, Heimarbeit für Mütter oder ein Nebenverdienst von zu hause aus bekommt also etwas mehr Luft nach oben. Eine Ausnahme muss explizit beantragt werden.

Autofahrer könne noch einmal Luft holen. Der neue Bußgeldkatalog ist noch nicht rechtswirksam.

Die monatlichen Hartz-IV-Leistungen werden wie folgt erhöht:

Singles erhalten 382 Euro, Partner 345 Euro (jeweils 8 Euro mehr), Kinder bis 6 Jahre 224 Euro, Kinder bis 14 Jahre 255 Euro und Kinder bis 18 Jahre 289 Euro (5 bzw. 6 Euro mehr). Beim Geld verdienen von zuhause aus aber gelten harte Regeln. Wer einen Nebenverdienst von zu hause realisiert, darf bis 100 Euro alles behalten. Danach wird das Geld verdienen von zu hause schrittweise unattraktiver: von jedem 50-Euro-Schritt über 100 Euro bleiben nur 10 Euro. Heimarbeit für Mütter, die 1.000 Euro im Monat bringt, beschert einer Hartz-IV-Empfängerin nur ein reichliches Viertel Verdienst, nämlich 260 Euro. Ab 1.000 Euro fallen die Kürzungen für Arbeiten von zu Hause, die Hartz-IV-Empfänger erledigen, immer herber aus.


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