Wie verbringen unsere Kinder ihre Freizeit?


Tagesmutter in Heimarbeit werden

In den Medien herrscht oft das Klischee vor, dass Kinder in ihrer Freizeit stundenlang vor dem Fernseher oder dem Computer sitzen. Doch was ist an dem Vorurteil wirklich dran?Gerade Eltern, die berufstätig sind und ihr Geld nicht in Heimarbeit vom eigenen PC aus verdienen, haben oft ein schlechtes Gewissen beim Gedanken daran, was ihre Schützlinge unbeaufsichtigt nach der Schule machen.

Doch eine deutschlandweite repräsentative Untersuchung zum Medienumgang von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren gibt Entwarnung: Die KIM-Studie 2010 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zeigt, dass Freunde treffen und draußen spielen bei Kindern nach wie vor die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen sind. 53 Prozent der Mädchen und 51 Prozent der Jungs treffen sich am liebsten mit ihren Altersgenossen, gefolgt von 42 und 44 Prozent, die am liebsten draußen spielen. Fernsehen kommt erst auf Platz drei: 33 Prozent der befragten Mädchen und 31 Prozent der Jungs schauen am liebsten fern.

Die Studie ergab auch, dass das Spielen, Fernsehen und das Zusammensein mit Eltern und Familie mit zunehmendem Alter an Bedeutung verlieren, während Internet, Handy und Computer deutlich häufiger als liebste Freizeitaktivitäten genannt werden.

Bereits 57 Prozent der Kinder zwischen 6 und 13 nutzen, zumindest ab und zu, das Internet. Im Vergleich zur ersten Befragung 2008 hat dabei die Nutzung sozialer Netzwerke wie schülerVZ, Toggo oder Ki.KA stark zugenommen: 43 Prozent sind regelmäßig in Internet-Communities unterwegs, fast dreimal so viel wie 2008 (16 Prozent).

Da hat auch dazu geführt, dass Kinder verstärkt persönliche Daten preisgeben. Fast jedes dritte Kind, das im Internet surft, hat dort schon einmal Filme oder Fotos von sich veröffentlicht, 22 Prozent auch Bilder von ihrer Familie oder Freunden. Die Medienforscher raten Eltern deshalb dazu, den Kindern zu erklären, warum sie nicht jedem alles von sich übers Internet verraten sollten.

Nach Einschätzung des Elternteils, der sich am meisten um die Erziehung kümmert, verbringen Kinder im Schnitt pro Tag 24 Minuten online. Darüber sind die befragten Eltern gespaltener Meinung: Einerseits finden 59 Prozent, das Internet mache Kinder zu Stubenhockern, andererseits finden ebensoviele Haupterzieher (60 Prozent), dass ihre Schützlinge so früh wie möglich an Computer gewöhnt werden sollten.

Jedes vierte Kind will schon heute nicht mehr auf Computer und Internet verzichten. Vor allem ältere Kinder sehen PC und Online-Anschluss als unentbehrlich an (41 Prozent), während es nur sechs Prozent der sechs- und siebenjährigen Kinder genauso sehen. Bei jüngeren Kindern ist der Fernseher am beliebtesten: Drei Viertel der Sechs- und Siebenjährigen können sich einen Nachmittag ohne Hannah Montana und Spongebob Schmammkopf nicht mehr vorstellen, während es bei den Zwölf- bis Dreizehnjährigen nur noch rund 40 Prozent sind. Insgesamt betrachtet ist das Fernsehen weiterhin das wichtigste Medium für Kinder: 75 Prozent der Sechs- bis 13jährigen schauen täglich oder fast jeden Tag in die Röhre, und das laut Angaben der Eltern im Schnitt 98 Minuten pro Tag.

Auch im digitalen Zeitalter lesen Kinder in ihrer Freizeit noch Bücher: 80 Prozent der Mädchen und 40 Prozent der Jungen lesen in ihrer Freizeit Bücher. Am beliebtesten sind dabei Bücher, deren Helden auch aus dem Kino oder Fernsehen bekannt sind, wie beispielsweise Harry Potter oder die Twilight-Serie. Allerdings nimmt der Anteil der Kinder zu, die in ihrer Freizeit nie ein Buch lesen, und liegt aktuell bei 20 Prozent.


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