Diskussion über Heimarbeit


Heimarbeit am Computer

Ab Juni will das Unternehmen Yahoo die Anwesenheitspflicht wieder einführen. Weltweit sorgt das für starke Diskussionen. Entscheiden doch die Mitarbeiter der Konkurrenz noch selbst, wann und wo sie arbeiten möchten. Ist das Konzept der Heimarbeit für das Unternehmen nicht aufgeganen?

Es scheint wie eine Rückrufreaktion: Mitarbeiter zurück an den Schreibtisch. Die neue Chefin Marissa Mayer, die zuvor das Erfolgsunternehmen Google führte, zitiert Mitarbeiter aus dem Home Office zurück in die Firmenzentrale. Bekannt wurde das Ganze über eine interne E-Mail, die am Anfang dieser Woche der Öffentlichkeit bekannt wurde:

„Um der absolut beste Arbeitsplatz zu werden, sind Kommunikation und Zusammenarbeit wichtig, also müssen wir Seite an Seite arbeiten. (..) Wir müssen ein Yahoo sein, und das beginnt damit, dass wir physisch zusammen sind.“

Die Reaktionen zeigen sich in Kopf schütteln. Scheint dieser Beschluss doch ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert. Arbeiten wie damals – und das in einem Technologie-Unternehmen. Begründet wird die Entscheidung dadurch, dass doch einige der besten Entscheidungen und Erkenntnisse auf dem Flur oder in der Cafeteria getroffen wurden. Besonders Geschwindigkeit und Qualität würden durch die Heimarbeit leiden, so die Chefetage.

Heimarbeit wird abgeschafft bei YahooUm die Motivation der Mitarbeiter anzukurbeln, wird ab sofort das Essen in der Kantine kostenlos angeboten. Dennoch ist nicht jeder Mitarbeiter über den Beschluss glücklich, ab sofort wieder in den Räumlichkeiten des Unternehmens zu arbeiten. Mit dem Wechsel der Geschäftsriegen würden zuvor getroffene Absprachen einfach an Gültigkeit verlieren.

Verantwortung und Vertrauen

Das Arbeiten von Zuhause birgt jedoch auch ein gewissen Risiko für das Unternehmen. Nur zu leicht lässt sich der Mitarbeiter daheim von anderen Faktoren ablenken. Viele Studenten dürften diesen Handlungsaufschub kennen. Wird das wichtigste und dringlichste doch immer bis zum Ende aufgeschoben, so dass nur noch wenig Zeit übrig bleibt. So muss zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer die entsprechende Vertrauensbasis vorherrschen. Mayer hat wohl bereits Erfahrung gesammelt in dieser Vertrauenssache.

Mit dem Abschaffen der Heimarbeit wird versucht das Unternehmen Yahoo und dessen Erfolg erneut anzukurbeln. Die Firma ist in den letzten Jahren schwer ins Stocken geraten. Yahoo steht im starken Wettbewerb mit Google, aber auch Facebook und Bing.

Heimarbeit auch bald in Deutschland

Mehrere Wissenschaftler haben jedoch das Konzept der Heimarbeit untersucht. Dabei wurde herausgefunden, dass Mitarbeiter im Home Office selterne Pausen einlegen und sich weniger häufig krank melden. Insgesamt ist die Belegschaft zufriedener und auch die Produktivität lässt sich etwa um 22 Prozent steigern.

Auch Deutschland will ab 2014 diesem Trend folgen. So sollen Mitarbeiter, die mindestens 26 Wochen in Vollzeit gearbeitet haben, die Wochenstunden reduzieren oder von zu Hause aus arbeiten.

Nachteile des mobilen Arbeitens

Das Problem ist es jedoch, die Arbeit vom Privatleben zu trennen. Gibt es doch keine Stechkarte, die den exakten Arbeitsbeginn sowie Feierabend festhält. Somit setzt sich ein jeder selbst unter Druck, mehr Leistung zu bringen, als die Kollegen vor Ort. Das reicht oftmals hin zu Arbeiten am Wochenende, am späten Abend bis hin zur Selbstausbeutung. Wichtig ist es klare Grenzen zu setzen. Ob das möglich ist, wenn das eigene Esszimmer zum Büro wird, bleibt fraglich.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich der Trend um die Heimarbeit entwickeln wird. Wird der so fortschrittlich anmutende Trend, von alten Konventionen überholt – oder zeigen auch deutsche Unternehmen als Folgeschluss, dass sie ihren Mitarbeitern vertrauen und das flexible Arbeiten von Zuhause ermöglichen? Wir dürfen gespannt sein.

 


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