Flexible Arbeitszeiten oder Arbeitsmodell Heimarbeit – eignen sich diese für alle?


Teilzeitarbeit während der Elternzeit

Fragt man Arbeitnehmer oder auch Selbständige, welches Arbeitsmodell für sie das attraktivste ist, so wird oft die flexible Arbeitszeit als Traummodell genannt. Dicht gefolgt von der Heimarbeit scheinen diese Modelle bei zahlreichen Menschen etwas auszulösen, etwa eine Vorstellung von der optimalen Zeitverteilung auf zwischen Privat- und Berufsleben, die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie (insbesondere für Frauen kleiner Kinder) oder die Unabhängigkeit und die daraus resultierende Möglichkeit, sein Leben „in den Tag hinein zu leben“ und dennoch ein wenig Struktur zu haben.

Aber ist dem auch tatsächlich so?

Die britische Regierung spielt mit dem Gedanken, flexible Arbeitszeiten zur Norm zu machen. Hintergrund ist die Familienfreundlichkeit – insbesondere für Frauen.

Der Plan

Gedanklich sieht das Modell so aus, dass jeder Angestellte das Recht auf flexible Arbeitszeiten hätte. Aktuell könne nach dieser Flexibilität oder auch der Tätigkeit im Home Office gefragt werden, der Arbeitgeber jedoch hat das Recht, diesen Wunsch abzulehnen. Daher wagen viele Frauen gar nicht erst, nach der Babypause danach zu fragen, Väter hingegen haben Angst vor der Verurteilung der Kollegen und Vorgesetzten, dass sie sich um ihr Kind kümmern möchten und die Frau eventuell voll in ihren Beruf wieder einsteigt.

Ab 2014 möchte die Regierung allen Arbeitnehmern, die mehr als 26 Wochen bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, das Recht einräumen, ihre Aufgaben in Heimarbeit zu erledigen, die Wochenstunden zu reduzieren oder die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Dadurch könnten nicht nur Eltern aktiv in die Betreuung ihrer Kinder involviert werden und zeitgleich ihre Karriere voranbringen, auch Großeltern, sonstige Familienmitglieder oder Freunde können sich ebenso aktiv an der Erziehung des Kindes oder zumindest deren Betreuung beteiligen. Insbesondere für Alleinerziehende ein Traum.

Das Ziel

Neben dem persönlichen Ziel, dass die Angestellten zufriedener sein werden, wird auch ein geschäftliches Ziel erwartet. Dadurch, dass junge Eltern mit diesem Modell nicht mehr gezwungen sind, sich einen Job mit entsprechenden Möglichkeiten zu suchen, sondern in ihrer bisherigen Tätigkeit die Möglichkeit zur Flexibilität bekommen, bleiben den Unternehmen die guten und teilweise auch langjährigen Fachkräfte erhalten.

Ein weiterer Plan der britischen Regierung ist es zudem, dass ab 2015 Mutter und Vater gleichzeitig in Elternzeit gehen können. Das würde den Familienzusammenhalt und damit die psychische Zukunft des Kindes zudem stärken.
Ob ein solches Modell auch in Deutschland zum Tragen kommt, ist eher unwahrscheinlich. Wünschen tun es sich viele.

Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand:

•Flexible Arbeitszeiten ermöglichen die beste Betreuung für das Kind; jeder Elternteil kann die Stundenanzahl arbeiten, die er oder sie möchte, ohne sich dabei an die Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen halten zu müssen
•Termine können besser wahrgenommen werden. Kinder müssen bekanntlich regelmäßig zum Arzt, mit flexiblen Arbeitszeiten oder Heimarbeitsmodellen ließen sich diese problemlos wahrnehmen; selbst, wenn der Arbeitsplatz weiter vom Wohnort entfernt ist und ansonsten immer ein gesamter Tag frei genommen werden musste.
•Die Kinder haben durch flexible Arbeitszeiten die Möglichkeit, nicht ganztätig in die Betreuungseinrichtung gehen zu müssen. Neben den Eltern können auch weitere Bezugspersonen an der Erziehung beteiligt werden.

Allerdings gibt es auch Nachteile. Denn nicht jeder kann sich bei einem solchen Modell tatsächlich dazu aufraffen, morgens zur Arbeit zu fahren. Die Gefahr, dass Minusstunden gemacht werden ist bei einem flexiblen Modell für einen Menschen, der sich gerne ablenken lässt, immens. Beim Arbeiten zu Hause ist es noch riskanter, da Ablenkungen überall lauern. Zudem müssen die Arbeitgeber damit rechnen, dass nicht nur Eltern, sondern womöglich alle ihre Mitarbeiter die Stunden verringern oder in Heimarbeit tätig werden wollen.


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