Heimarbeit in Deutschland


Schreiben von zu Hause aus

In Deutschland ist Heimarbeit beliebter denn je. Und seit wenigen Jahren wird der Wunsch nach einer Tätigkeit in den eigenen vier Wänden auch vom Staat bezuschusst. Denn das häusliche Arbeitszimmer ist steuerlich absetzbar.

Wer hat Anspruch auf ein absetzbares Arbeitszimmer?

In erster Linie können Arbeitszimmer nur dann abgesetzt werden, wenn sie auch tatsächlich ein Arbeitszimmer sind. Ist im Wohnzimmer eine Ecke als Arbeitsplatz eingerichtet, so gilt dies nicht im steuerlichen Sinn als Arbeitszimmer. Ist aber der fünf Quadratmeter kleine Abstellraum als Arbeitszimmer eingerichtet, so kann dieser durchaus berücksichtigt werden. Aber auch nicht von jedem: Angestellte, die im Außendienst tätig sind, können diesen Raum absetzen, auch Lehrer und Selbständige, die in diesem Raum ihren Lebensunterhalt verdienen. Das bedeutet, dass nun auch Autoren und Übersetzer, wenn diese Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird, das häusliche Arbeitszimmer in ihrer Steuererklärung geltend machen können.

In welchem Rahmen kann Heimarbeit in Deutschland geltend gemacht werden?

Hat der Steuerzahler keinen anderen Arbeitsort als den häuslichen Arbeitsbereich, so können bis zu 1.250 Euro pro Jahr steuerlich abgesetzt werden. Dabei ist es unerheblich, ob die ausgeübte Tätigkeit in einem Angestellten Verhältnis oder auf selbständiger Basis ausgeübt wird. Angegeben werden müssen diese in der Anlage N der Einkommenssteuererklärung.

Volle Absetzbarkeit bei Heimarbeit in Deutschland

Wird ein Arbeitszimmer oder ein Arbeitsplatz außerhalb der Wohnung angemietet, so ist dieser nach wie vor in vollem Umfang absetzbar. Ebenso gilt das auch für Arbeitszimmer, die den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bilden.

Diese Regelung kommt insbesondere denjenigen zu Gute, die es mit der Neuregelung 2007 sehr schwer hatten, ihre häuslichen Arbeitsräume absetzen zu können. Das betraf unter anderem Lehrkräfte und Verkäufer, die ihre Produkte bei dem Kunden direkt verkaufen, wie in etwa Staubsaugerverkäufer. Denn da sich der Mittelpunkt ihres beruflichen Lebens in der Schule beziehungsweise bei den Kunden vor Ort befindet, wurde das Arbeitszimmer für die Heimarbeit nicht anerkannt.

Diese neue Regelung trat mit Rückwirkung zum Veranlagungszeitraum 2007 in Kraft. Allerdings konnte es nur in den Fällen auch tatsächlich nachwirkend für das Jahr 2007 angewendet werden, in denen noch keine Entscheidung bezüglich einer etwaigen Rück- oder Nachzahlung getroffen worden ist. Ratsam ist es daher, in jeder Steuererklärung alle Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer anzugeben.

Eventualitäten

Durch diese neue Regelung können nun wieder mehr Angestellte und Selbständige beziehungsweise Freiberufler ihre Arbeitszimmer in der Wohnung absetzen. Was aber dennoch zu Meinungsverschiedenheiten mit dem zuständigen Finanzamt werden kann, ist die Frage, ob das Arbeitszimmer tatsächlich der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist. Mit sachlichen Argumenten, die man sich am besten schon vor dem Einspruch zu Recht legt, kann man diesen im Ernstfall zumindest gut begründen und bekommt eventuell doch noch Recht.

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