Ist Pendeln billiger als eine Wohnung in Arbeitsplatznähe?


Ist Pendeln wirklich so billig

Jeden Morgen bietet sich in Metropolen überall auf der Welt mehr oder weniger das gleiche Bild: Kaum fangen U- und S-Bahnen, Regionalzüge und Landbusse ihren Betrieb an, strömen Abertausende an addrett gekleideten Berufstätigen aus den Bahnhöfen im Innenstadtbereich und verteilen sich flugs auf die hoch in den Himmel ragenden Bürogebäude, wo sie die kommenden acht bis zehn Stunden fleßig ihrer Tätigkeit nachgehen – und nach fünf Uhr Nachmittags wiederholt sich die Szene in die andere Richtung.

Das Phänomen des Pendlers ist nicht neu. Große Städte waren schon immer starke Zuzugsgebiete, was dazu führt, das Wohnraum nahe am Zentrum eigentlich immer teurer wird. Oft ist das Wohnen in der Stadtmitte deshalb einfach unerschwinglich. Da sich viele vor allem große Firmen aber aus Prestige- und Verkehrsanbindungsgründen häufig Büroraum in der Innenstadt leisten, bleibt den Angestellten nichts anderes übrig, als außerhalb des Zentrums zu wohnen und Tag für Tag den Weg zur Arbeit im PkW oder mit Bus und Bahn zurückzulegen.

Doch lohnt sich das Pendeln wirklich noch für jeden?
In den vergangenen Jahren sind in vielen Städten Zweifel aufgekommen, ob das tägliche Hin- und Herfahren angesichts der steigenden Transportkosten und des Zeitaufwands wirklich die beste Lösung ist – nicht nur für den Geldbeutel, sondern auch in Sachen Lebensqualität. Eine vorurteilsfreie Kosten/Nutzen-Rechnung scheint in vielen Fällen angebracht.

Denn erstes sind – wenn man einmal von den allerteuersten Städten der Welt wie London, Paris, Zürich oder auch München absieht – die Mietkosten im Stadtbereich mit ein bisschen Glück oft durchaus erschwinglich. Wer nicht darauf besteht, direkt am Rathausplatz zu wohnen und auf den Balkon mit Blick auf den Springbrunnen verzichten kann, dem eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Besonders vielversprechend ist das Suchen nach einer zentrumnahen Wohnung für Singles, die nicht viele Quadratmeter zum Überleben brauchen.

Zweitens kann man durch das Vermeiden des Pendelns auch schon einen Haufen Geld sparen. In der Stadt braucht man eigentlich nie ein Auto; verrechnet man die Einsparungen von KfZ-Anschaffung, Wartung, Versicherung und Benzin mit einem höheren Mietpreis in der Stadtmitte, sieht die erst erschreckende Monatsmiete oft schon ganz anders aus. Ähnliches gilt für die öffentlichen Verkehrsmittel. In den vergangenen Jahren sind die Ticketpreise der deutschen Bahn und auch der meisten Nahverkehrbetriebe so sehr in die Höhe gegangen, dass die Transportkosten ein echter Faktor geworden sind. Jahreskarten kosten oft Summen im hohen dreistelligen oder gar niedrigem vierstelligen Bereich. Auch das lässt sich genausogut in eine höhere Miete oder Hypothekenzahlung anlegen.

Doch sollte man auch den Faktor Zeit nicht übersehen. Wer zum Beispiel jeden Morgen statt eineinhalb Stunden nur dreißig Minuten zur Arbeit braucht, spart im Laufe einer Woche satte zehn Stunden seiner Lebenszeit ein – das ist mehr als ein ganzer Arbeitstag. Auch das lässt sich monetär betrachten. Wer einen durchschnittlichen Stundenlohn von 30 Euro berechnet, könnte bei Bedarf ohne Pendeln so lockere 300 Euro pro Woche extra verdienen. Hier sollte man auch die Lebensqualität in Betracht ziehen. Im Auto oder im vollen Bus verbringt niemand gerne seine Zeit. Ein kurzer Weg ins Büro erlaubt einem mehr Schlaf und mehr Freizeit. Das lässt sich mit Geld kaum aufwiegen.

Am allerbesten sind in dieser Hinsicht natürlich solche Arbeitnehmer dran, die von zu Hause aus arbeiten können. Da beträgt der Weg zum Arbeitsplatz im Schnitt 30 Sekunden, und es ist auch egal, ob man in der Stadtmitte oder im tiefsten Wald sitzt.

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