Produkttests online: Vorsicht vor unseriösen Anbietern


produkte testen

Der Markt für Produkttests boomt vor allem online: Auf zahlreichen Websites können sich interessierte Personen anmelden, um an kostenlosen Produkttests teilzunehmen. Als Belohnung winken entweder die entsprechenden Produkte, die zum Testen ins Haus geschickt werden, Geschenkgutscheine des jeweiligen Herstellers oder auch Bargeld. Alles, was die Tester tun müssen, ist nach dem Produkttest Fragen des Herstellers zu beantworten.

So weit, so gut. Zahllose Menschen, vor allem Hausfrauen, Schüler und Studenten, verdienen sich mit dieser Art der Produkttests gerne etwas nebenbei. Allerdings zieht dieser Markt auch schwarze Schafe an und so manche dubiosen Praktiken rufen mittlerweile auch die Verbraucherschützer auf den Plan.

Keine Produkttests gegen Vorkasse

Eine beliebte Masche der Bauernfänger auf diesem Markt ist die Aufforderung, zunächst irgendwelche Kosten oder Gebühren zu begleichen. Manchmal wird einfach ganz einfallslos von „Bearbeitungspauschalen“ geredet, manchmal ist angeblich ein kostenpflichtiger Eintrag in eine „Produkttester-Datenbank“ notwendig. In anderen Fällen wird eine „Vermittlungsgebühr“ gefordert, damit die Agentur den interessierten Produkttester an die entsprechenden Firmen weiter vermittelt. Die Zahlungsforderung wird gerne versüßt mit dem Hinweis auf all die tollen Produkte, die dafür kostenlos ins Haus geschickt werden.

In anderen Fällen soll zunächst eine Gebühr entrichtet werden um eine Katalog mit unterschiedlichen Produkten zu erhalten oder „Schulungsmaterialen“ zu bestellen. Dies ist natürlich Unsinn: Niemand benötigt eine Schulung um beispielsweise eine neue Suppe oder ein neues Shampoo auszuprobieren und seine Meinung dann in einem Online-Fragebogen kundzutun.

Egal ob die Gebühren online verlangt werden oder bei „Informationsveranstaltungen“: Angehende Produkttester sollten immer bedenken, dass das jeweilige Unternehmen von ihnen profitiert und nicht umgekehrt.

Ein Unternehmen, dass seine Produkte nicht kostenlos zum Testen zur Verfügung stellt (selbst wenn sie später zurückgeschickt werden müssen) und keine Aufwandsentschädigung für die investierte Zeit leistet (selbst wenn es nur ein Geschenkgutschein ist), hat es nicht verdient, das man Zeit und Mühe darin investiert!

Nicht-existente Listen gegen Gebühr 

Immer wieder gibt es Websites, auf denen sogenannte Vermittler das Blaue vom Himmel versprechen. Dabei werden monatliche Verdienste von 3.000 oder 4.000 Euro als Produkttester ausgelobt, wenn man sich bei mehreren hundert Firmen registriert. Die Adressen für all diese Firmen gibt es in Form einer Liste, die -natürlich! – gegen eine Gebühr angefordert werden kann. Im besten Fall erhalten die Käufer eine nutzlose Adressenliste, die sie sich auch selbst im Internet zusammensuchen könnten, im schlechtesten Fall gar nichts.

Vorsicht Abo-Fallen 

Immer wieder machen auch dubiose Marktforschungsagenturen mit Abo-Fallen von sich reden, die an frühere Drückerkolonnen erinnern. Diese Masche läuft in der Regel gleich ab: Zunächst fordert die Agentur einen hohen Betrag von rund 200 bis 250 Euro für den Eintrag in die Datenbank der Produkttester, der eine 24-monatige Mitgliedschaft garantiert. Wer vor diesen hohen Gebühren zurück schreckt, bekommt als „günstige“ Alternative die Möglichkeit angeboten, stattdessen ein Zeitschriften-Abo abzuschließen.

Ein Halbjahres-Abo für gängige Fernsehzeitschriften oder Frauenmagazine schlägt mit etwa 50 Euro zu Buche – so dass die Kosten schließlich auf das Gleiche herauslaufen.  Aber dafür gibt es ja immerhin zusätzlich eine ganz tolle Zeitschrift. Und natürlich werden die Kosten für das Abo durch die zukünftigen Honorare für die Produkttests (angeblich) schnell wieder reingeholt. Und das Abo könne ja zudem auch schnell gekündigt werden.

Allerdings nicht zu schnell: Um nicht zu riskieren, dass die Abonnenten die gesetzliche Widerrufsfrist von zwei Wochen nach Abschluss des Abos nutzen und es schon vor der ersten Zahlung wieder kündigen, wird behauptet, dass die ersten Produkttestlieferungen erst nach gut sechs Wochen eintreffen – wenn das Abo kostenpflichtig läuft.

Kaum erwähnt werden muss hier wohl noch, dass die Betroffenen nie zu irgendwelchen Produkttests eingeladen werden. Alles, was sie von der Aktion schließlich haben, ist ein Zeitschriftenabonnement.

Schwarze Schafe operieren unter wechselnden Namen 

Zu Beginn des Jahres 2013 fiel vor allem die Agentur Company-and-more in München durch diese dubiose Abofallen-Praxis auf und wurde im Internet entsprechend angeprangert. Selbst der Fernsehsender ZDFneo berichtete in einer Ausgabe der Sendung „Da wird mir übel“ über diese Firma.

Auch in anderen deutschen Städten wie Nürnberg, Berlin und Bremen kam es zu gehäuften Beschwerden in den Verbraucherschutzzentralen. Die Firmen gingen dabei immer gleich vor: Unter wechselnden Namen inserierten sie in lokalen Wochenblättern und luden Interessenten zu einer „Informationsveranstaltung“ ein. Bei diesen Veranstaltungen werden den potenziellen Produkttestern dann die zukünftigen Aufgaben mit tollen Produkten schmackhaft gemacht, ehe irgendwann die Kosten von rund 250 Euro erwähnt werden.

Ob hinter den Machenschaften stets die gleichen Betrüger stecken oder ob es sich um unabhängig voneinander operierende Bauernfänger handelt, ist unklar. Die Scheinfirmen telefonieren nur von unterdrückten Rufnummern aus und sind höchstens über Postfächer zu erreichen. In jeder Stadt treten sie unter anderen Namen auf.

Fazit: Seriöse Agenturen verlangen kein Geld

Eigentlich ist es leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen: Seriöse Agenturen, die Produkttests durchführen und ihre Tester in Form von Geschenken, Gutscheinen oder Bargeld entlohnen, verlangen niemals im Voraus Geld für dubiose Datenbank-Einträge und versuchen auch nicht, Zeitschriften-Abos zu verkaufen. Wer auf solche Betrüger stößt, sollte die Agentur oder Firma bei der nächsten Verbraucherzentrale melden, damit sie aus dem Verkehr gezogen kann.

Zu erkennen sind die schwarzen Schafe meistens schon im Voraus: Sie schalten Kleinanzeigen in gedruckten Zeitungen, aus denen weder ein seriöser Firmenname noch eine Adresse hervorgeht. Meistens wird mit vollmundigen Versprechungen wie „3000 Euro im Monat für leichte Heimarbeit!“ geworben, die zu gut klingen um wahr zu sein. Auch im Internet sind unseriöse Anbieter leicht am fehlenden Impressum zu erkennen: Wenn als Kontaktmöglichkeit lediglich eine 0900-Nummer angegeben ist: Finger weg!

Schon bei der Anmeldung sollte deutlich sein, dass Datenschutzvorschriften eingehalten werden (keine Weitergabe der Daten an Dritte) und dass die Mitgliedschaft bei der jeweiligen Produkttester-Agentur kostenlos ist. Sobald Vorkasse für irgendwelche Dienstleistungen, Datenbank-Registrierungen oder Informationsmaterial verlangt wird: Finger weg!

Auch versprechen seriöse Agenturen keine vierstelligen Monatseinkünfte, sondern machen deutlich, dass auch etwas Glück dazu gehört, aus den vielen registrierten Testern ausgewählt zu werden um am jeweiligen Produkttest teilnehmen zu dürfen und dafür bezahlt zu werden. Die Einkünfte belaufen sich dann auf niedrige dreistellige Beträge im Monat – aber diese sind dann wenigstens ein ehrlich verdientes Taschengeld.


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