Wie wird Heimarbeit in den Medien repräsentiert?


Bastelarbeiten von Zuhause aus

Das Bild von Heimarbeit in den Medien ist zwiespältig. Einerseits wird immer wieder vor den Abzock-Maschen unseriöser Anbieter von Heimarbeit gewarnt. Auf der anderen Seite gibt es in letzter Zeit immer wieder Berichte über eine neue Form von Heimarbeit, bei dem vom heimischen Computer aus gearbeitet werden kann: Crowdsourcing.

Ähnlich wie beim Outsourcing lagern Unternehmen hiermit Aufgaben aus, allerdings nicht auf einen anderen Anbieter, sondern auf eine große Masse an Heimarbeitern. Dazu werden Plattformen im Internet genutzt. Und jeder, der Zeit hat und mitarbeiten will, kann sich anmelden, um beispielsweise Texte zu schreiben oder an der Entwicklung von Produkten mitwirken. Das bekannteste Crowdsourcing-Projekt ist die Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Doch während Wikipedia-Autoren freiwillig und umsonst mitmachen, verdienen immer mehr Heimarbeiter Geld über Crowdsourcing-Plattformen.

Stundenweise als Telefonagent Geld verdienen

Handarbeiten verkaufenDie Südwest-Presse berichtete vor ein paar Monaten über einige dieser Portale. Das Berliner Crowdsourcing-Unternehmen Expertcloud.de beispielsweise hat einige Tausend freiberufliche Callcenter-Agenten im Pool, auf die Unternehmen bei Bedarf zurückgreifen können. Alles, was die Heimarbeiter brauchen, um mitzumachen, ist ein PC und Breitband-Internetanschluss.

Und so funktioniert es: Wenn ein Kunde am nächsten Tag zwischen 18 und 20 Uhr eine Telefonbefragung durchführen will und dafür 50 Leute braucht, stellt er diesen Auftrag in den Mitgliederbereich von Expertcloud.de. Die ersten 50 Mitglieder, die Interesse an dem Job haben und sich einbuchen, haben den Job und müssen sich daraufhin mit einem bestimmten Code einloggen. Dann telefonieren sie auf eigene Rechnung von zu Hause aus. Vergütet wird die Arbeit entweder pro telefonierte Minute oder auf Provisionsbasis.

Ein Nebenjob via Crowdsourcing ist besonders reizvoll für alle, die nur zu bestimmten Zeiten und wenige Stunden am Stück arbeiten können, beispielsweise Mütter von Schulkindern oder Studenten. Denn Arbeitszeiten und –dauer können komplett selbst bestimmt werden. Für Unternehmen lohnt sich der aus den USA kommende Trend zum Crowdsourcing vor allem deshalb, weil sie auch dem Auftraggeber maximale Flexibilität und minimalen Aufwand bei der Rekrutierung von Mitarbeitern ermöglicht.

Doch die Flexibilität bedeutet nicht nur, dass die Mitarbeiter ortsungebunden sind, sie sind als freiberufliche Agenten auch nicht weisungsgebunden im Sinne des Arbeitsrechts. Um die Heimarbeiter dennoch zur guten Mitarbeit zu motivieren, setzt Expertcloud.de auf Anreizsysteme. So gibt es leistungsabhängige Bezahlung und Wettbewerbe, in denen sich die Agenten miteinander messen können, sowie regionale Treffen und eine Facebookgruppe. Denn ein gepflegtes Schwätzchen mit dem Arbeitskollegen ist gut fürs Arbeitsklima und die Motivation unter den Heimarbeitern, selbst wenn der Kollege in einem anderen Wohnzimmer mehrere hundert Kilometer entfernt arbeitet.

Heimarbeit als Texter oder Produkt-Mitentwickler

Die Medien berichten auch über weitere Möglichkeiten, als moderner Heimarbeiter durch Crowdsourcing Geld zu verdienen. So berichtet beispielsweise zdnet.de über Vor- und Nachteile verschiedener Freelancer-Portale. Und auf dem Portal textbroker.de werden Heimarbeiter gesucht, die durch das Schreiben von Texten sich etwas dazuverdienen wollen: von einfachen SEO-Texten bis hin zu anspruchsvollen Produktbeschreibungen oder journalistischen Artikeln sind Jobs sowohl für Text-Anfänger als auch für Profis zu haben.

Eine andere Form der Vergütung gibt es auf der Plattform Unseraller. Neben einem Jahresvorrat an Duschgel oder einer Monatsration Salatdressing können Mitglieder vor allem das Gefühl genießen, an der Entwicklung eines Produktes mitgemacht zu haben. Auf dem Portal tauschen sich Unternehmen und Konsumenten aus, beispielsweise wenn es um die Entwicklung einer neuen Senfsorte geht. Wie soll die Verpackung aussehen? Wie soll der Senf heißen? Wonach soll er schmecken? Bislang haben sich dem Bericht der Südwestpresse zufolge mehr als 13.000 Verbraucher für das Mitmach-Marketing registriert. Wenn die Beliebtheit solcher Portale steigt, dürfte sich das auch darauf auswirken, wie Heimarbeit in den Medien repräsentiert wird.


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